Charismatisches Christentum

Was ist charismatisches Christentum?

Das pfingstlich-charismatische Christentum gehört zu den größten und dynamischsten religiösen Bewegungen weltweit. Das Spektrum reicht von klassischen Pfingstkirchen über indigene Kirchen im Globalen Süden, großstädtische Lifestyle-Kirchen bis hin zu charismatischen Erneuerungsbewegungen in den etablierten Großkirchen. Es handelt sich also um ein transkonfessionelles Phänomen, das eigene kirchliche Formen ausbildet, sich aber auch quer zu gewohnten konfessionellen Grenzen entwickelt.

 

Charismatisches Christentum im deutschsprachigen Raum

Im deutschsprachigen Raum ist das charismatische Christentum zahlenmäßig relativ klein, es gewinnt aber in verschiedenen Kirchen an Bedeutung – durch eine „Charismatisierung“ christlicher Spiritualität (etwa in der Lobpreismusik), durch Multiplikator:innen in der Jugend- und Junge-Erwachsenen-Pastoral, durch Migration, durch die Anziehungskraft urbaner neo-charismatischer Gemeinden oder auch durch deren mediale Präsenz und Reichweite.

Das Möhler-Institut im Dialog mit dem charismatischen Christentum

In kirchlichen Entwicklungen und akademischen Auseinandersetzungen ist es herausfordernd, mit der Komplexität dieses Phänomens umzugehen. Das Möhler-Institut verfolgt hierzu mehrere einander ergänzende Ansätze, die sich teils auf die Beziehung zu Pfingstkirchen, teils auf katholisch-charismatische Bewegungen beziehen:

 

Pfingstkirchliche Theologie und ökumenischer Dialog

Mit Blick auf die deutschsprachige theologische Diskurslandschaft geht es darum, diese verstärkt mit pfingstkirchlichen Theologien in Kontakt zu bringen. Dies ermöglicht zum einen vertieften ökumenischen Dialog zwischen Pfingstkirchen und katholischer Kirche. Zum anderen können so neue Impulse für die systematische Theologie rezipiert werden.

 

Implizite Theologien und gelebter Religiosität charismatischer Praxis

Allerdings werden Glaubensinhalte nicht unbedingt in akademischen Abhandlungen artikuliert, sondern finden Ausdruck vor allem in gelebter Religiosität – das gilt insbesondere für das charismatische Christentum. Ein Ziel des Möhler-Instituts ist daher, implizite theologische Konzepte charismatischer Praxis herauszuarbeiten und in die fachliche Diskussion einzubringen.

 

Theologie und Praxis: Citizen Theology

Über solche Analysen und Diskurse hinaus werden Formate an der Schnittstelle von Theologie und Praxis – im Sinne einer „Citizen Theology“ – entwickelt. Theolog:innen und Akteure aus der Praxis sollen darin gemeinsam an den impliziten Theologien charismatischer Spiritualität (etwa von Lobpreispraxis, Jüngerschaftskonzepten usw.) arbeiten, aber auch an möglichen Gefährdungspotentialen.

 

Veranstaltungen und wissenschaftlicher Austausch

Schließlich bietet das Möhler-Institut im Rahmen eigener und externer Veranstaltungen Informationen und Diskussionsräume über das Spektrum charismatischen Christentums.

Zuständiger Direktor

Dr. Dominique-Marcel Kosack

Direktor

Arbeitsbereich „Charismatisches Christentum“