Die reformatorischen Kirchen 

Die reformatorischen Kirchen

Als reformatorische Kirchen werden vor allem jene Kirchen verstanden, die auf die großen Reformatoren des 16. Jahrhunderts, Martin Luther und Johannes Calvin, zurückgehen. Die evangelischen Kirchen in Deutschland haben traditionell entweder ein lutherisches oder ein reformiertes (calvinistisches) Bekenntnis. Hinzu kamen später sog. unierte Kirchen, die beide Bekenntnisbestände in unterschiedlicher Weise verbinden.

 

Das Zweite Vatikanische Konzil als Wendepunkt

In einem Kernland der Reformation war die katholische Kirche in Deutschland immer schon besonders herausgefordert, sich mit der Theologie der reformatorischen Kirchen auseinanderzusetzten. Nach dem ökumenischen Durchbruch auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 – 1965) tat sie dies schließlich in einer das Gemeinsame und die Verständigung suchenden Art und Weise. Die Gründung des Möhler-Instituts für Ökumenik geschah wesentlich aus dem Wunsch der katholischen Kirche heraus, mit den reformatorischen Kirchen in Deutschland in einen engen Dialog zu treten.

 

Die Rolle des Möhler-Instituts

Das Möhler-Institut war seitdem nahezu an allen wichtigen Dialoginitiativen der römischen-katholischen Kirche mit den lutherischen Kirchen beteiligt. Das gilt nicht nur für die bilateralen Dialoge der Deutschen Bischofskonferenz mit der Vereinigung der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Deutschland (VELKD), sondern auch für den katholischen-lutherischen Dialog auf Weltebene. Derzeit begleitet das Möhler-Institut die sechste Phase des lutherisch-katholischen Dialogs auf Weltebene, die sich dem Stellenwert der Confessio Augustana und der Bedeutung des Bischofsamtes in der Kirche widmet.

Die enge Verbindung des Möhler-Instituts mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem römischen Einheitsdikasterium kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass der Leitende Direktor in der Regel Mitglied der Ökumenekommission der DBK sowie durch den Papst ernannter Konsultor des Einheitsdikasteriums ist.

Zuständiger Direktor

Prof. Dr. Christian Stoll

Leitender Direktor

Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn