Anglikanische Kirche und Altkatholische Kirche

Die Anglikanische Kirche

Die Anglikanische Kirche ist eine weltweite Gemeinschaft eigenständiger Nationalkirchen („Anglican Communion“). Kennzeichnend für die anglikanische Kirchengemeinschaft ist unter anderem eine starke Prägung durch die Vielfalt unterschiedlicher liturgischer Ausdrucksformen, theologischer Akzentsetzungen und kultureller Kontexte. Vor dem Hintergrund des eigenen synodalen Aufbruchs kann die katholische Kirche wichtige Impulse vom Prinzip der episkopalen und synodalen Kirchenstruktur der anglikanischen Gemeinschaft gewinnen. Die Beziehungen der römisch-katholischen Kirche zur Anglikanischen Gemeinschaft sind seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil intensiv gewachsen.

 

Der anglikanisch-römisch-katholische Dialog

Bedeutsam für den anglikanisch-römisch-katholischen Dialog ist die Arbeit der Anglikanisch-Römisch-Katholischen Internationalen Kommission (ARCIC), die in mehreren Dialogrunden weitreichende Übereinstimmungen in Fragen von Eucharistie und Amt erzielt hat. Besondere Herausforderung für das ökumenische Gespräch stellen allerdings nach wie vor die Frage nach der Autorität des Papstes sowie die Frage nach der Zulassung von Frauen zum Weiheamt dar.

Die Altkatholischen Kirchen

Die Altkatholischen Kirchen sind überwiegend selbstständige Kirchen, die sich seit der Utrechter Union 1889 als Gemeinschaft organisieren. Die Bezeichnung als „altkatholisch“ bzw. „christkatholisch“ verweist auf die Selbstverortung der altkatholischen Kirchen in der Tradition der einen, katholischen und apostolischen Kirche.

 

Der römisch-katholisch-altkatholische Dialog

Die Differenzen im Kirchenverständnis zwischen römisch-katholischer und altkatholischer Kirche seit dem Ersten Vatikanischen Konzil (1870) werden seit Beginn der 2000er Jahre in offiziellen Dialogen zwischen beiden Kirchen ökumenisch diskutiert (Internationale Römisch-Katholisch/Altkatholische Dialogkommission (IRAD)). Die altkatholische Betonung eines konziliaren und partizipatorischen Kirchenverständnisses kann ein wichtiger Lernort für die römisch-katholische Frage nach Formen kirchlicher Synodalität sein.

Die Rolle des Möhler-Instituts

Das Möhler-Institut verfolgt aufmerksam die Dialogprozesse zwischen römisch-katholischer, anglikanischer und alt-katholischer Kirche. Mitglieder des Möhler-Instituts sowie seines Beirats waren zudem aktiv in die Internationalen Römisch-Katholisch – Altkatholischen Dialogkommissionen 2009 und 2016 eingebunden.

Zuständige Direktorin

Jun.-Prof. Dr. Cornelia Dockter

Assoziierte Direktorin

Inhaberin des Lehrstuhls für Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn