Das Projekt untersucht die Wechselwirkungen von Klimakatastrophe, religiöser Praxis und theologischen Diskursen. Angesichts von globaler Erwärmung, Biodiversitätsverlust und Eco-Anxiety gewinnt die Frage nach Bewältigungsstrategien zunehmend an Bedeutung. Hoffnung erscheint hier nicht mehr nur als zentraler Begriff religiöser Traditionen und Heilserzählungen, sondern wird zunehmend in einer psychologisch, soziologisch und ökonomisch ausgerichteten „Science of Hope“ aufgegriffen. Im Zentrum unserer Forschung steht die Frage, welche Hoffnungsnarrative und Imaginative des Verhältnisses von Mensch und nichtmenschlicher Natur sich in unterschiedlichen religiösen Kontexten entwickeln. Meine eigene Teilstudie untersucht, wie unterschiedliche Stränge charismatischen Christentums angesichts des Klimawandels auf dieselben theologische Kernmotive zurückgreifen und auf dieser gemeinsamen Grundlage gegensätzliche Narrative und Naturimaginative artikulieren – von klimaskeptischen Deutungen bis zu ökologisch-aktivistischen Formen christlicher Hoffnung. Das Projekt verbindet die Analyse religiöser Praxis mit der systematisch-theologischen Frage, wie christliche Traditionen angesichts der Klimakrise refiguriert werden können.