„Churches in the Midst of Polarisation“ lautete das Thema der Tagung, zu der mehr als 80 Theologinnen und Theologen aus ganz Europa zusammenkamen. Das Möhler-Institut wurde von Dr. Johannes Oeldemann vertreten, der von 2022-24 Präsident der Societas Oecumenica war. Er hielt im Rahmen der Konferenz einen Vortrag über die 6. Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung, die im Oktober 2025 im ägyptischen Wadi El-Natroun stattgefunden hatte.
Die Tagung fand in den Räumlichkeiten verschiedener theologischer Hochschulen (katholisch, altkatholisch, protestantisch, reformiert) in Utrecht statt. Zu Beginn der Tagung wurden die Mitglieder und Gäste vom altkatholischen Erzbischof von Utrecht, Bernd Wallet, begrüßt. Die amtierende Präsidentin der Societas, Prof. Dr. Simone Sinn von der Universität Münster, gab in ihrem Eröffnungsvortrag einen Einblick in die vielfältigen Aspekte des akademischen Diskurses über Polarisierung in Kirche(n) und Gesellschaft. Diese wurden in den folgenden Tagen auf verschiedenen Podien vertieft, bei denen es u.a. um Dekolonisierung, die Rolle der Kirchen in gesellschaftlichen Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen, Populismus und Identität sowie die Bedeutung von Ritualen bei der Mediation ging. Darüber hinaus boten verschiedene Workshops die Möglichkeiten, aktuelle Forschungsprojekte in einem kleineren Kreis vorzustellen.
Am Sonntag wurden nach dem Besuch von Gottesdiensten in den verschiedenen Traditionen mehrere Exkursionen durch Utrecht angeboten, die die reichhaltige Kultur dieser lebendigen und jungen Stadt vor Augen führten. Bei der Mitgliederversammlung der Societas wurde Prof. Dr. Heta Hurskainen von der Universität Joensuu (Finnland) zur neuen Präsidentin gewählt. Zusammen mit Dr. Dimitrios Keramidas (Sekretär) und drei weiteren Vorstandmitgliedern (Harutyun Harutyunyan, Pascale Jung und Andrés Valencia Pérez) wird sie die nächste Konsultation der Societas vorbereiten, die im August 2028 in Valencia (Spanien) stattfinden wird.