Vor 25 Jahren weitete das vom Erzbistum Paderborn getragene Möhler-Institut für Ökumenik das Feld seiner ökumenischen Aktivitäten auf den Dialog mit der Orthodoxie aus. Kardinal Walter Kasper, der im Frühjahr 2001 die Leitung des Päpstlichen Einheitsrates im Vatikan übernommen hatte, initiierte diese Erweiterung des Aufgabenfeldes. Angesichts der damals bevorstehenden politischen Ost-Erweiterung der Europäischen Union rief Kardinal Kasper zu einer ökumenischen Ost-Erweiterung in Richtung der Orthodoxen Kirche auf. Die enge Verbindung des Möhler-Instituts mit dem Einheitsrat führte dazu, dass im Oktober 2001 mit Dr. Johannes Oeldemann erstmals eine hauptamtliche Stelle mit einem Experten für die Ostkirchen besetzt wurde.
Seither ist das Möhler-Institut in der Arbeitsgruppe „Kirchen des Ostens“ der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und in der Gemeinsamen Kommission mit der Orthodoxen Kirche in Deutschland – zunächst mit der Griechisch-Orthodoxen Metropolie, später mit der „Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland“, seit 2010 mit der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland –, den wichtigsten Gremien des orthodox-katholischen Dialogs in Deutschland, vertreten. Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos Lambardakis, würdigt diese Entwicklungen: „Das Möhler-Institut war schon als ökumenische Brückenbauwerkstatt zu den Kirchen des Westens bekannt, als es vor 25 Jahren um die ‚orthodoxe Dimension‘ erweitert wurde. Seitdem ist es unerlässlich im Miteinander unserer Kirchen hierzulande, wenn es um das theologische Gespräch insbesondere in der Gemeinsamen Kommission beider Bischofskonferenzen geht. In Dankbarkeit feiert deshalb auch die orthodoxe Kirche in Deutschland dieses Silberjubiläum und gratuliert.“