Dr. Dominique-Marcel Kosack

Direktor am Möhler-Institut

Dr. Dominique-Marcel Kosack ist Direktor für das Arbeitsfeld „Charismatisches Christentum“. Er ist außerdem der Schriftleiter der Zeitschrift Catholica.

Berufliche Tätigkeiten

  • seit 08/2025: Direktor für das Arbeitsfeld „Charismatisches Christentum“ am Möhler-Institut für Ökumenik Paderborn
  • 04/2025 – 09/2025: Lehrbeauftragter für Systematische Theologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • 10/2024 – 03/2026: Gastwissenschaftler (Vertretung in Forschung und Lehre) der Professur für Dogmatik der Universität Erfurt
  • 01/2023 – 09/2024: Postdoc-Stipendiat der European Graduate School on Theology in Religious, Cultural and Political Processes of Transformation, Erfurt / Leuven / Salzburg
  • 01/2023 – 07/2025: Lektor der Zeitschrift für Philosophie und Theologie (ZTP) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt a. M.
  • 10/2022 – 03/2023: Dozent für katholische Dogmatik an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle (Saale)
  • 08/2017 – 12/2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Erfurt, ab 11/2021 zudem: Wissenschaftlicher Koordinator des Nachtwuchskollegs t³
  • 08/2016 – 07/2017: Pastoralkurs und berufspraktisches Jahr in der Katholischen Innenstadtpfarrei St. Laurentius Erfurt, abgeschlossen mit der Ersten kirchlichen Dienstprüfung zum Gemeindereferenten
  • 06/2015 – 09/2016: Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Erfurt
  • 10/2009 – 09/2010: Praktikum in der Ev.-luth. Andreaskirche Leipzig

 

Qualifizierung

  • 12/2022: Promotion zum Doktor der katholischen Theologie an der Universität Erfurt
  • 2013 – 2016: Studium der katholischen Theologie an der Universität Erfurt, Abschluss: Magister theologiae
  • 2012 – 2013: Theologisches Studienjahr in Jerusalem, Abtei Dormitio B.M.V.
  • 2010 – 2012: Studium der katholischen Theologie an der Universität Erfurt
  • 2009 – 2010: Studium der evangelischen Theologie an der Universität Leipzig
  • 2008: Allgemeine Hochschulreife (Abitur) am Theodor-Heuss-Gymnasium Wolfsburg
  • 2023: Nominierung zum Promotionspreis der Universität Erfurt
  • 2021: Wissenschaftlicher Essaypreis (1. Preis) des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover
  • 2021: Gewinner des Essay-Wettbewerbs der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ zu deren 150-jährigen Bestehen
  • 2019: Publikumspreis für wissenschaftliche Kommunikation (1. Preis) der Salzburger Hochschulwochen
  • 2018: Gewinner des 4. Erfurter Science Slam
  • 2016: Förderpreis der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt für die Magisterarbeit „Ecclesia de martyria. Die Bedeutung des Glaubenszeugnisses für die Lehre von der Kirche“
  • 2012 – 2013: Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für das Theologische Studienjahr in Jerusalem
  • 2011 – 2016: Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung (Studienförderung)

Forschungsprojekte

Ereignis und Überschreitung. Systematische-theologische Implikationen pentekostaler Praxis (seit 10/2022, Habilitationsprojekt)

Das Projekt erschließt die theologischen Implikationen pfingstlich-charismatischer Praxis für die systematische Theologie. Es verbindet die Rezeption internationaler pentekostaler Theologien – insbesondere im Bereich der Sakramententheologie – mit der Analyse impliziter Theologien gelebter religiöser Praxis. Hierfür entwickle ich hermeneutische und methodologische Grundlinien einer systematischen Theologie mit qualitativ-empirischer Zuspitzung, die religiöse Praktiken als eigenständigen theologischen Erkenntnisort erschließt. Die daraus gewonnenen Konzepte werden mit unterschiedlicher Stoßrichtung in den systematisch-theologischen Diskurs eingebracht: sei es als kritische Kontrastierung von klimaskeptischer Verkündigung und pfingstlicher Ökotheologien, als gestaltend-rezipierende Relecture pfingstlicher Rituale mit politisch-emanzipativer Stoßrichtung oder als Erweiterung bestehender dogmatischer Fragestellungen, etwa im Hinblick auf Glaubenszeugnisse als Artikulationsform theologischer Geltung durch Erfahrung. Zugleich entwickelt das Projekt am Beispiel der Diskursivierung von Lobpreispraxis erste Ansätze einer „Citizen Theology“, die religiöse Praktiker:innen als Mitwirkende theologischer Erkenntnisprozesse versteht.

Das Projekt untersucht die Wechselwirkungen von Klimakatastrophe, religiöser Praxis und theologischen Diskursen. Angesichts von globaler Erwärmung, Biodiversitätsverlust und Eco-Anxiety gewinnt die Frage nach Bewältigungsstrategien zunehmend an Bedeutung. Hoffnung erscheint hier nicht mehr nur als zentraler Begriff religiöser Traditionen und Heilserzählungen, sondern wird zunehmend in einer psychologisch, soziologisch und ökonomisch ausgerichteten „Science of Hope“ aufgegriffen. Im Zentrum unserer Forschung steht die Frage, welche Hoffnungsnarrative und Imaginative des Verhältnisses von Mensch und nichtmenschlicher Natur sich in unterschiedlichen religiösen Kontexten entwickeln. Meine eigene Teilstudie untersucht, wie unterschiedliche Stränge charismatischen Christentums angesichts des Klimawandels auf dieselben theologische Kernmotive zurückgreifen und auf dieser gemeinsamen Grundlage gegensätzliche Narrative und Naturimaginative artikulieren – von klimaskeptischen Deutungen bis zu ökologisch-aktivistischen Formen christlicher Hoffnung. Das Projekt verbindet die Analyse religiöser Praxis mit der systematisch-theologischen Frage, wie christliche Traditionen angesichts der Klimakrise refiguriert werden können.

Das Projekt untersucht, wie sich theologische Vorstellungen christlichen Erlösung angesichts veränderter Denkhorizonte entwickeln und welche Konsequenzen sich daraus für die systematisch-theologische Modellbildung ergeben. Im Mittelpunkt steht eine Relecture soteriologischer Motive vor dem Hintergrund der spätmodernen Identitätsfrage. Ausgehend von sozialphilosophischen Genealogien des Selbst analysiere ich die Spannung zwischen Vergewisserung und Irritation personaler Identität – und nehme vor diesem Hintergrund eine soteriologische Skizze unter säkularen Vor­zeichen vor. Die leitende These lautet, dass christlicher Erlösungsglaube nicht allein auf die Stabilisierung des Selbst zielt, sondern dessen Öffnung für unverfügbare Dynamiken ermöglicht. Das Projekt verbindet Soteriologie mit Traditionshermeneutik sowie Identitäts- und Säkularitätsdiskursen. Es entwickelt auf die­ser Basis Grundlinien einer identitätskritischen Soteriologie. Die Ergebnisse sind in der Monographie Erlösung des Selbst (2023) und im Tagungsband Lebensabschnittspartner? (2022) veröffentlicht. Hinzu kommen weiteren Publikationen unter anderem mit Brückenschlag zu politisch-philosophischen Konsequenzen, zum machttheoretischen Zusammenhang von Glauben, Selbstverhältnissen und spirituellem Missbrauch sowie zu Identitätskonzepte in katholisch-charismatischer Praxis.

Bibliographie

2023

  • Erlösung des Selbst. Eine spätmoderne Soteriologie und die Irritation personaler Identität (ratio fidei 82), Regensburg 2023.

 

2022

  • hg. gemeinsam mit Anna Reinhardt und Dominik Abel: Lebensabschnittspartner? Identität, Glaubensbiografien und kirchliche Lebensformen im Umbruch (Erfurter Theologische Schriften 54), Würzburg 2022.
  • Divergierende Überschreitungen. Entwicklungslinien pfingstlich-charismatischer Gottesdienstpraxis, in: Dominik Abel / Elias Haslwanter / Rowena Roppelt / Sebastian Schmidt (Hgg.), Liturgie an den Rändern. Suchbewegungen in neuen liturgiewissenschaftlichen Feldern (Erfurter Theologische Schriften 57), … (im Erscheinen).
  • Das revoutionäre Prinzip. Jacob Taubes und die verzögerte Entmachtung von Kosmos und Nomos, in: Julian Kiefer / Christian Loos (Hgg.), Geschichtsphilosophie und Eschatologie. Perspektiven nach Jacob Taubes (Philosophie aktuell. Studien und Diskurse 17), … (im Erscheinen).

 

2026

  • Auf der Suche nach dem geglaubten Gott. Systematische Theologie mit qualitativ-empirischer Zuspitzung, in: Kathrin Ritzka / Matija Vudjan / Lukas Wiesenhütter / Kim Wundschuh (Hgg.), Von Gott sprechen. Perspektiven auf den Zusammenhang von Theologie und Sprache (ratio fidei 92), Regensburg 2026, 263–288.
  • Theologische Reflexionen zur Lobpreismusik. Hip zu Gott, in: Herder Korrespondenz 2/2026, 16–18.

 

2025

  • gemeinsam mit Elisabeth Höftberger: Unsere und meine Hoffnung. Von Visionen und Verletzlichkeit 50 Jahre nach „Unsere Hoffnung“, in: Prediger und Katechet 164 (2025) 641–649.

 

2024

  • Sakrament und Geisterfahrung. Neuperspektivierungen pfingstkirchlicher und römisch-katholischer Theologie, in: Catholica 78 (2024) 61–87.

 

2022

  • Jenseits der Definitionen. Von der spätmodernen Dynamik des Selbst und seiner theologischen Entzogenheit, in: Dominik Abel / Dominique-Marcel Kosack / Anna Reinhardt (Hgg.), Lebensabschnittspartner? Identität, Glaubensbiografien und kirchliche Lebensformen im Umbruch (Erfurter Theologische Schriften 54), Würzburg 2022, 31–54.
  • gemeinsam mit Dominik Abel und Anna Reinhardt: Einleitung, in: dies., Lebensabschnittspartner?, a. a. O., 1–5.
  • Vertrautes Verkennen. Über den Hass und die Zumutung seiner Alternative, in: Barbara Zehnpfennig (Hg.),  Kann Philosophie Hass erklären?, Dresden 2022, 15–28.
  • Fasziniert und überwältigt. Identität in Literatur der Gebetshausbewegung, in: Geist und Leben 95 (2022) 148–157.

 

2021

  • Die Zukunft und der Abgrund. Geschichtsinterpretation angesichts des Klimawandels, in: Stimmen der Zeit 146 (2021) 338–341.

 

2020

  • Gottesbeziehung und Machtgefüge. Glaubenstheoretische Hintergründe geistlichen Missbrauchs, in: Heinrich Timmerevers / Thomas Arnold (Hgg.), Gefährliche Seelenführer? Geistiger und geistlicher Missbrauch (Herder Thema), Freiburg i. Br. 2020, 39-42.

 

2019

  • Nicht-Identität, in: Martin Dürnberger (Hg.), Die Komplexität der Welt und die Sehnsucht nach Einfachheit. Salzburger Hochschulwochen 2019, Innsbruck 2019, 119–129.
  • Glauben lernen mit dem Gebetshaus Augsburg? Grenzgänge zwischen Schönheit und Komplexität, in: Internationale katholische Zeitschrift Communio 47 (2019) 496–506.

 

2018

  • Katholizität des Zeugnisses. Kontinuität und Innovation vor dem Hintergrund einer martyrologischen Ekklesiologie, in: Bernd Oberdorfer / Oliver Schuegraf (Hgg.), Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche (Beihefte zur Ökumenischen Rundschau 119), Leipzig 2018, 393–405.

2025

 

2024

 

2021/2022

 

2020/2021

  • Ortlos durch die Pandemie, in: Theologie Aktuell (Erfurt, 21.01.2021); erstmals erschienen in der Wochenzeitung „Tag des Herrn“ Nr. 50, 13.12.2020, S. 15.

 

2020

 

2019

2025

  • Rezension zu Selina R. Stone, The Spirit and The Body. Towards a Womanist Pentecostal Social Justice Ethic, Paderborn 2023, in: ET-Studies 16 (2025) 328–330.

 

2024

  • Rezension zu Willibald Sandler, Charismatisch, evangelikal und katholisch. Eine theologische Unterscheidung der Geister, Freiburg i. Br. 2021, in: Theologie der Gegenwart 67 (2024) 157–158.

 

2023

  • Rezension zu Michael Quisinsky / Karlheinz Ruhstorfer (Hg.), Entgrenzung als Identität? Deutsch-französische Perspektiven für die Zukunft des Christentums in Europa, Freiburg i. Br. 2023, in: ET-Studies 14 (2023) 183–185

 

2020

  • Rezension zu Georg Gasser / Ludwig Jaskolla / Thomas Schärtl (Hg.), Handbuch für Analytische Theologie, Münster 2017, in: Theologie der Gegenwart 63 (2020) 304–305.

 

2019

  • Rezension zu Jörg Bremer (Hg.), Ein Kelch für zwei. Zur ökumenischen Debatte um die Kommunion bei konfessionsverbindenen Paaren, Ostfildern 2019, in: Theologie der Gegenwart 62 (2019) 211–212.

 

2016

  • Rezension zu Ursula Lievenbrück, Zwischen donum supernaturale und Selbstmitteilung Gottes. Die Entwicklung des systematischen Gnadentraktats im 20. Jahrhundert, Münster 2014, in: Theologie der Gegenwart 59 (2016) 237–238.

2026

 

2025

 

2024

 

2023

 

2021

 

2019

 

2018

Kontakt

Möhler-Institut für Ökumenik

Dr. Dominique-Marcel Kosack, Direktor
Leostraße 19a | D-33098 Paderborn