In der letzten Augustwoche reiste der vatikanische „Außenminister“, Erzbischof Paul Richard Gallagher, zu einem 5-tägigen Besuch nach Moskau. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk äußerte Dr. Johannes Oeldemann, Direktor am Möhler-Institut, seine Einschätzung zur Zielsetzung und den Ergebnissen seiner diplomatischen Mission. Erzbischof Gallagher traf während seines Moskau-Aufenthalts den russischen Außenminister Sergej Lawrow, den außenpolitischen Berater des russischen Präsidenten, Jurij Uschakow, und den Leiter des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij. Außerdem besuchte der aus Großbritannien stammende Kurienerzbischof die zahlenmäßig kleine römisch-katholische Kirche in Russland, die er ermutigte, für den Frieden zu beten und zu arbeiten. Nach Einschätzung von Dr. Oeldemann wollte Erzbischof Gallagher mit seinem Besuch verdeutlichen, dass es aus Sicht des Vatikans verstärkter diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine bedarf. „Dieser Krieg muss enden“, erklärte er bei der Pressekonferenz nach dem Gespräch mit Außenminister Lawrow, und zeigte sich überzeugt, dass er nicht mit einem militärischen Sieg enden werde. Deshalb sei es Zeit für Dialog und Verhandlungen, damit die Zahl der Opfer des Krieges nicht täglich weiter wachse.
Dr. Oeldemann im Interview mit dem Deutschlandfunk
Dr. Johannes Oeldemann gibt im Interview mit dem Deutschlandfunk eine Einschätzung zur Moskau-Reise des vatikanischen „Außenministers“, Erzbischof Paul Richard Gallagher.
Dr. Johannes Oeldemann, Direktor am Möhler-Institut für Ökumenik